Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sozialwissenschaft
Vertiefungsseminar: Lernen in Organisationen
Ergebnisprotokoll: Advocacy-Koalitionen II

 


Das Seminar diskutierte Erschließungsfragen zum Text von Ingrid Kissling-Näf und Peter Knoepfel mit den folgenden Ergebnissen:

– Die Autoren verbinden den Lernbegriff mit einer sozialen Bedingtheit. Sie verstehen Lernen als Interessen-Aggregation und -Austausch und grenzen sich dadurch von einem rational-choice-Verständnis des Lernbegriffs ab.

– Die von den Autoren vorgeschlagenen fünf Lernformen erscheinen unscharf und daher nur bedingt anwendbar. Das Seminar will in eigenen empirischen Untersuchungen auf zwei, maximal drei Lernformen zurückgreifen.

– Hierbei bietes sich als eine mögliche Unterscheidung eine Trennung von Anpassungslernen und Veränderungslernen an.

In der weiteren Diskussion wurde deutlich, daß die Interpretation von Anpassungslernen und Veränderungslernen stark davon abhängt, welche Strukturen bzw. auf welcher Ebene Lernen untersucht wird. Im Prinzip stellt sich für die Untersuchung eine Schrittfolge aus zwei Fragen: 1. Wer hat eine Idee, bzw. wer lernt?

2. Wie wird die Idee durchgesetzt?

Abschließend diskutierte das Seminar die Begriffe des Konditionierens. Anpassungslernen kann über operationales Konditionieren erfolgen. Im Gegensatz zum klassischen Konditionieren ersetzt beim operationalen Konditionieren ein Ersatzreiz den Auslöser von natürlichen Reiz-Reaktions-Mechanismen. Die weitere Bedeutung des Konditionierens für das Lernen in Organisationen wird Thema der nächsten Sitzung sein.
 

Literatur: Ingrid Kissling-Näf, Peter Knoepfel in: Horst Albach, Meinolf Dierkes, Ariane Berthoin Antal, Kristina Vaillant (Hg.): Organisationslernen - institutionelle und kulturelle Dimensionen, 1998. Guy Lefrancois: Psychologie des Lernens, 1986.
 

Für das Protokoll: Birgit Strietzel