Proseminar: „Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik im Vergleich“
TU Braunschweig,
Wintersemester 2006/07
Montags 15.00-16.30 Uhr
Raum BI 97/8
Priv.-Doz. Dr. Nils Bandelow
Sprechstunde: Dienstags, 16-17 Uhr, Bienroder Weg 97, 1. OG, Raum 147
Teilnehmer/innen: Magister Politikwissenschaft (Haupt-und Nebenfach); LA Gymnasium Unterrichtsfach Politik; Dipl. Wi.informatik; Dipl. Wi.ing. E.technik; 1-Fach und 2-Fach BA (Fakultät 6: Geistes- und Erziehungswissenschaften): Professionalisierungsbereich
Kommentar
Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik stehen angesichts der gravierenden und anhaltenden Probleme auf den Arbeitsmärkten in Deutschland, Europa und in anderen OECD-Ländern, im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung und des politischen Tagesgeschäfts. Auch die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beschäftigen sich mit dem Phänomen Arbeitslosigkeit. Die zentralen Fragen richten sich in erster Linie auf die Determinanten hoher oder niedriger Erwerbstätigkeit und auf Lösungsansätze für arbeitsmarktpolitische Probleme. Dabei wird der Blick in wachsendem Maß auch auf die politische Praxis anderer Länder gerichtet. Ein erster Grund hierfür liegt in dem Bestreben, aus den Erfahrungen anderer Länder zu lernen. Welche Lösungen suchen andere Länder, welche Erfolge haben sie dabei zu verzeichnen und lassen sich die Modell auf Deutschland übertragen? Der Vergleich zwischen Ländern soll helfen, erklärende Variablen zu isolieren und die entscheidenden Bedingungsfaktoren der Arbeitslosigkeit und erfolgreicher Beschäftigungspolitik zu identifizieren.
Im Rahmen der Veranstaltung geht es darum, die zentralen
theoretischen Ansätze und Positionen in der Arbeitsmarkt(politik)forschung
aus der Wirtschafts- und vor allem aus der Politikwissenschaft aufzuarbeiten
und aktuelle Modellfälle (USA, Großbritannien, Niederlande und Dänemark),
vorzustellen und zu diskutieren. Darüber hinaus soll am Beispiel der
Beschäftigungspolitik die grundsätzliche Frage diskutiert werden, welchen
Nutzen internationale Vergleich im Hinblick auf die mögliche Übertragung im
Ausland erprobter Strategien in Deutschland beinhalten können.
Arbeitsform
Dozentenvorträge, studentische Präsentationen und Diskussionen
Hinweise
Eine regelmäßige Teilnahme
wird vorausgesetzt und eine Teilnahmeliste geführt. Zweimaliges Fehlen wird
toleriert.
Schein
Leistungsschein (Magister):
–
Referat
(20 Minuten) und Hausarbeit (Vergleichende Regierungslehre oder politische
Theorie)
–
P2
(Professionalisierungsmodul): Kurzreferat (20 Minuten)
Bei Referaten werden Thesenpapiere und
Powerpoint-Präsentationen vorausgesetzt. Sowohl Thesenpapier als auch
Powerpoint-Präsentation sind spätestens eine Woche vor dem Referatstermin in
einer obligatorischen Vorbesprechung in der Sprechstunde als Datei und als Ausdruck
mitzubringen. Die Endfassung des Handouts und der Präsentation werden bitte bis
spätestens Donnerstag 10.00 Uhr in der Woche vor dem Referatstermin an Nils
Bandelow (Nils.Bandelow@tu-braunschweig.de)
und Carina Vallo (carina_vallo@web.de)
als Mail geschickt.
Hausarbeiten sollten 10-12 Seiten umfassen und müssen spätestens Ende
März 2007 abgegeben worden sein. Bitte planen Sie dabei frühzeitig mögliche Verzögerungen
durch Krankheiten, Auslandsaufenthalte etc. ein, da eine Fristverlängerung
ausgeschlossen ist.
Literatur
Friedrich, Horst/Wiedemeyer, Michael, 1998: Arbeitslosigkeit ‑ ein Dauerproblem. Opladen: Leske + Budrich.
Kromphardt, Jürgen, 1998:
Arbeitslosigkeit und Inflation. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Merkel, Wolfgang et al., 2006: Die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie. Wiesbaden. VS Verlag.
Obinger, Herbert/Wagschal, Uwe/Kittel, Bernhard (Hrsg.): Politische Ökonomie. Opladen: Leske + Budrich.
Scharpf, Fritz W., 1987: Sozialdemokratische Krisenpolitik in Europa.
Frankfurt a.M.: Campus.
Nohlen, Dieter (Hrsg.), 2002:
Kleines Lexikon der Politik, hrsg. v. Dieter Nohlen, München: Beck und Bonn:
Bundeszentrale für politische Bildung (einbändiges knappes Lexikon)
Nohlen, Dieter, (Hrsg.), 1992ff.:
Lexikon der Politik, hrsg. v. Dieter Nohlen u.a., 7 Bde., München: Beck
Nohlen, Dieter/Rainer-Olaf-Schulze
(Hrsg.), 2004: Lexikon der Politikwissenschaft. Zwei Bände. München:
Beck.
Holtmann, Everhard u.a (Hrsg.),
2000.: Politik-Lexikon, München et al.: Oldenbourg.
Schubert, Klaus/Klein, Martina, 2006: Das Politiklexikon. Bonn: Dietz. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung für zwei Euro erhältlich.
Auswahl wichtiger
politikwissenschaftlicher Fachzeitschriften
– American Journal of Political Science: http://www.blackwell-synergy.com/loi/ajps (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Aus Politik und Zeitgeschichte: http://www.das-parlament.de/
–
European
Journal of Political Research: http://www.blackwellpublishing.com/journal.asp?ref=0304-4130&site=1
– German Politics: http://www.tandf.co.uk/journals/titles/09644008.asp
– German Policy Studies/Politikfeldanalyse: http://www.spaef.com/GPS_PUB/
– Governance: http://www.blackwell-synergy.com/loi/gove (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
–
Journal
of European Public Policy: http://www.tandf.co.uk/journals/titles/13501763.asp
–
Journal
of Policy Analysis and Management: http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/jhome/34787?CRETRY=1&SRETRY=0
–
Journal
of Public Policy: http://journals.cambridge.org/action/displayJournal?jid=PUP
– Leviathan: http://www.vs-verlag.de/index.php;do=sc/site=w/sid=15527899974538cc86d4fea533046011/rub=leviathan_impressum
– Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft: http://www.oezp.at/oezp/home.htm
– Policy Studies Journal: http://www.blackwell-synergy.com/loi/psj (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Political Studies: http://www.blackwell-synergy.com/loi/post (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Political Studies Review: http://www.blackwell-synergy.com/loi/psr (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Politics: http://www.blackwell-synergy.com/loi/ponl (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Politische Vierteljahresschrift: http://www.vs-verlag.de/index.php?do=pvs&site=w&sid=16a0743f43bbcc3f2f62c8c1e0dffe4f
– The Journal of Politics: http://www.blackwell-synergy.com/loi/jopo (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Public Administration: http://www.blackwell-synergy.com/loi/padm (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Public Administration Review: http://www.blackwell-synergy.com/loi/puar (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Review of Policy Research: http://www.blackwell-synergy.com/loi/ropr (Zugang nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Schweizerische Zeitschrift für Politikwissenschaft: http://www.spsr.ch/
– Zeitschrift für Parlamentsfragen: http://www2.politik.uni-halle.de/zparl/
– Zeitschrift für Politik: http://www.zfp.mhn.de/
– Zeitschrift für Politikwissenschaft: http://www.zfp.mhn.de/
Datenbanken für weitere gezielte Recherchen (Zugang ggfs. nur mit IP-Adresse der TU Braunschweig, also etwa von einem Rechner auf dem Campus)
– Virtuelle Fachbibliothek Politikwissenschaft: http://www.vifapol.de/suchen/
– Datenbank Solis (sozialwissenschaftliche Literatur ab 1945): http://www.gbi.de/SOLIS.ein
– Datenbank Foris (sozialwissenschaftliche Forschungsprojekte ab 1984): http://www.gesis.org/Information/FORIS/Recherche/index.htm
– Solis und Foris werden als „WISO III“ zusammengefasst. Bei Rechercheproblemen sollte (nach vorheriger Terminabsprache) der Lesesaal der Universitätsbibliothek aufgesucht werden, da diese eine Lizenz für beide Datenbanken besitzt (vgl. http://www.biblio.tu-bs.de/CDROMRecherche.html).
– Virtuelle Fachbibliothek Sozialwissenschaften: http://www.vibsoz.de/
Zu der
Veranstaltung existiert ein Handapparat in der
Institutsbibliothek.
Zur Vorbereitung der jeweiligen
Sitzungen sind die gekennzeichneten
Texte zu lesen.
In der ersten Sitzung geht es inhaltlich einerseits um eine Abgrenzung der zentralen Begriffe des Kurses. Andererseits soll das Problemfeld „Arbeitslosigkeit“ differenziert diskutiert werden. Lässt sich eine erfolgreiche Beschäftigungspolitik statistisch messen? Welche verschiedenen Normen können sich hinter der Problematisierung von Arbeitslosigkeit verbergen?
Dozentenfolien zur ersten Sitzung
Literatur
Friedrich, Horst,
Wiedemeyer, Friedrich, 1998: Arbeitslosigkeit – ein Dauerproblem. Opladen:
Leske + Budrich, 15-77
Schmidt, Manfred G., 1992: Arbeitslosigkeit und Vollbeschäftigung und Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, in: Schmidt, Manfred G. (Hrsg.): Die westlichen Länder (Lexikon der Politik Band 3). München: Beck, 27-38.
In der zweiten
Sitzung werden einerseits die wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen
angebotsorientierter Beschäftigungspolitik skizziert. Daran anknüpfend wird
untersucht und diskutiert, welche Akteure ihre arbeitsmarkt- und
beschäftigungspolitischen Strategien an diesen Grundlagen ausrichten.
Dozentenfolien zur zweiten Sitzung
Referat: Angebotsorientierte Beschäftigungspolitik (Nora
Heinz) (Referat wurde wg. Krankheit
abgesagt)
Literatur
Dyson, Kenneth, 2005: Economic Policy Management: Catastrophic Equlibrium, Tipping Points and Crisis Interventions, in: Green,
Simon/Paterson, William E. (eds.): Governance in Contemporary Germany. The
Semisovereign State Revisited. Cambridge: Cambridge UP, 115-137.
Friedrich, Horst,
Wiedemeyer, Friedrich, 1998: Arbeitslosigkeit - ein Dauerproblem. Opladen:
Leske + Budrich, 195-236.
Hunt, Emery K./Sherman, Howard J., 1993:
Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung aus traditioneller und kritischer Sicht.
Band 2: Makroökonomie.
Frankfurt a.M./New York: Campus.
Kromphart, Jürgen, 1998: Arbeitslosigkeit und Inflation. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Die Sitzung dient
der Gegenüberstellung der früheren keynesianisch orientierten Grundlegung sozialdemokratischer Beschäftigungspolitik und
der beschäftigungspolitischen Grundlagen des „Dritten Wegs“. Worin bestehen
Gemeinsamkeiten und Unterschiede, wieso kam es zum Wandel der Orientierung
sozialdemokratischer Parteien?
Referat: Traditionelle Grundlagen sozialdemokratischer Beschäftigungspolitik und der „Dritte Weg“ (Christian Lakämper/Lukas Kabattek): Handout
Literatur
Friedrich, Horst, Wiedemeyer, Friedrich, 1998:
Arbeitslosigkeit - ein Dauerproblem. Opladen: Leske + Budrich, 179-194.
Hunt, Emery K./Sherman, Howard J., 1993:
Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung aus traditioneller und kritischer Sicht.
Band 2: Makroökonomie.
Frankfurt a.M./New York: Campus.
Kromphart, Jürgen, 1998: Arbeitslosigkeit und Inflation. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Merkel, Wolfgang et
al., 2006: Die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie. Herausforderungen und
Bilanz der Regierungspolitik in Europa. Wiesbaden. VS Verlag für
Sozialwissenschaften, 17-93.
Sturm, Roland, 2001: Der Dritte Weg ‑ Königsweg zwischen allen Ideologien oder selbst unter Ideologieverdacht? In APuZ, B 16-17, 3-5.
In der Sitzung
soll geklärt werden, worin sich Fragestellungen, Methoden und Erklärungsansätze
der Politikwissenschaft (insbesondere der Politikfeldanalyse) bei der (vor
allem international vergleichenden) Analyse der Beschäftigungspolitik von der
Perspektive der Wirtschaftwissenschaft unterscheiden. Was soll jeweils erklärt
werden, und welche Erklärungen werden genutzt? Welches Verständnis von Theorie
und Praxis liegt den jeweiligen Ansätzen zu Grunde? Wie werden Hypothesen
entwickelt und geprüft?
Dozentenfolien zur vierten Sitzung
Referat: Politikwissenschaftliche Perspektiven bei der Analyse der Beschäftigungspolitik (Namen und Dokumente entfernt)
Literatur
Braun,
Dietmar/Giraud, Olivier, 2003: Steuerungsinstrumente in: Schubert, Klaus/Bandelow,
Nils C. (Hrsg.): Lehrbuch der Politikfeldanalyse. München: Oldenbourg, 146-174.
Schubert, Klaus/Bandelow, Nils C.: Politikdimensionen und
Fragestellungen der Politikfeldanalyse, in: Schubert, Klaus/Bandelow, Nils C.
(Hrsg.): Lehrbuch der Politikfeldanalyse. München: Oldenbourg, 1-22.
Die
„Staatstätigkeitsforschung“ ist ein (etwas unglücklich gewählter) Begriff zur
Bezeichnung der „Heidelberger Schule“ der international vergleichenden
Politikfeldforschung. Diese von Manfred Schmidt geprägte Schule unterscheidet
sechs Erklärungsansätze, um damit jeweils Unterschiede zwischen den
Policy-Outcomes (den Auswirkungen von Politik, also etwa den Arbeitslosenquoten)
zu erklären. Die Studien arbeiten überwiegend mit Aggregatdaten und berechnen
den jeweiligen Erklärungsgehalt von Variablen. In der Sitzung geht es nicht um
die Klärung der mathematischen Details, sondern um eine Diskussion der Stärken,
Probleme und Anwendungsfelder dieser Schule.
Dozentenfolien zur fünften Sitzung
Referat: Ansätze und Methoden der vergleichenden Staatstätigkeitsforschung (Martin Buse/Matthias Zimmermann):
Literatur
Armingeon, Klaus, 2003: Die politische Ökonomie der
Arbeitslosigkeit, in: Obinger, Herbert/Wagschal, Uwe/Kittel, Bernhard (Hrsg.):
Politische Ökonomie: Opladen: Leske + Budrich, 151-174.
Kittel, Bernhard, 2003: Perspektiven und Potenziale der vergleichenden Politischen Ökonomie Arbeitslosigkeit, in: Obinger, Herbert/Wagschal, Uwe/Kittel, Bernhard (Hrsg.): Politische Ökonomie: Opladen: Leske + Budrich, 385-414.
Merkel, Wolfgang et
al., 2006: Die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie. Herausforderungen und
Bilanz der Regierungspolitik in Europa. Wiesbaden. VS Verlag für
Sozialwissenschaften, 95-118.
Schmidt, Manfred G.,
1993: Theorien der international vergleichenden Staatstätigkeitsforschung, in: Héritier, Adrienne (Hrsg.):
Policy-Analyse. Kritik und Neuorientierung (PVS-Sonderheft 24). Opladen:
Westdeutscher Verlag, 371-393.
Die Parteiendifferenzthese
ist eine der sechs Erklärungen, die auch von der Heidelberger Schule genutzt
werden. In dieser Sitzung geht es darum, die theoretischen Hintergrunde und
vorliegende empirische Befunde dieser These zu diskutieren. Macht es wirklich einen
Unterschied, ob sozialdemokratische oder „bürgerliche“ Parteien regieren? Warum
ist das so, und wir wirkt es sich konkret auf die Beschäftigungspolitik aus?
Lässt sich diese These auch auf andere Politikfelder übertragen?
Dozentenfolien zur sechsten Sitzung
Referat:
Die Parteiendifferenzthese als Erklärung für beschäftigungspolitische Varianz
(Carina Vallo/Sven Sikatzki): Handout – Präsentation
Literatur
Blais,
A./Blake, D./Dion, S., 1993: Do parties make a difference? Parties and the size
of government in liberal democracies, in: American Journal of Political
Science,, 37 (1), 40-63.
Blais, A./Blake,
D./Dion, S., 1996: Do parties make a difference? A reappraisal., in: American
Journal of Political Science,, 40 (2), 514-520.
Castles,
Francis G. (ed.), 1982: The impact of parties: Politics and policies in
democratic capitalist states. London: Sage.
Hibbs, Douglas 1977: Political Parties and
Macroeconomic Policy, in: The American Political Science Review, Vol. 71,
No. 4, 1467-1487.
Schmidt, Manfred G., 1986: Wahlen, Parteienpolitik und Arbeitslosigkeit, in: APuZ B 17, 37-45.
Schmidt, Manfred G., 2000:
Demokratietheorien. Opladen: Leske + Budrich, 378-389.
Die von Fritz
Scharpf 1987 vorgelegte Studie zum Vergleich der sozialdemokratischen Beschäftigungspolitik
der 1970er Jahre in Deutschland, Großbritannien, Österreich und Schweden ist
sowohl inhaltlich als auch methodisch trotz der inzwischen veränderten
Ausgangslage von großem Interesse. Die Studie demonstriert das klassische
politikwissenschaftliche Argument einer Wirkung von politischen Institutionen
auf Politikergebnisse. Diese Auswirkung wird aber nicht direkt angenommen.
Vielmehr stellen politische Institutionen die Spielregeln dar, welche die
möglichen Strategien der Akteure prägen. So ermöglichte unter anderem der
Korporatismus in Österreich einen relativen Erfolg der sozialdemokratischen
Beschäftigungspolitik, während eine ähnliche Strategie in Großbritannien
scheiterte. In der Sitzung soll die Studie vorgestellt und diskutiert werden. Dabei
geht es sowohl um die theoretischen Annahmen und Voraussetzungen der
Scharpfschen Argumentation als auch um die Bedeutung der verwendeten
Perspektive für die heutige Beschäftigungspolitik.
Dozentenfolien zur siebten Sitzung
Referat: Sozialdemokratische Beschäftigungspolitik in den 1970er Jahren im Vergleich (Jessica Stiller/Nicolette Nemeth/Julia von Gliszczynski): Handout - Präsentation
Literatur
Scharpf, Fritz W., 1987: Sozialdemokratische Krisenpolitik in Europa. Frankfurt a. M./New York: Campus.
Scharpf, Fritz W.,
2000: Interaktionsformen. Akteurzentrierter Institutionalismus in der
Politikforschung. Opladen. Leske + Budrich, 353-400.
Die
Arbeitsmarktpolitik in Deutschland wurde in den 1980er Jahren vor allem im
Hinblick auf die Finanzierungsstrukturen kritisiert. So wurde etwa die
Finanzierung der aktiven Arbeitsmarktpolitik aus Mitteln der damaligen
Bundesanstalt für Arbeit problematisiert, da dadurch
Beschäftigungsförderungsprogramme in Konkurrenz zur passiven
Arbeitsmarktpolitik (der Finanzierung von Lohnersatzleistungen für Arbeitslose)
geraten. Für aktive Arbeitsmarktpolitik wäre daher gerade in Krisenzeiten mit
vielen Arbeitslosen besonders wenig Geld verfügbar. Auch die Voraussetzungen
und die Höhe der Lohnersatzleistungen wurden kritisiert. Die Kritik trug zu dem
Reformbündel der „Hartz-Reformen“ bei. In der Sitzung sollen die Hintergründe
und Inhalte dieser Reformen diskutiert werden.
Dozentenfolien zur achten Sitzung
Referat: Formulierung, Inhalte und Umsetzung der „Hartz-Reformen“ (Ligita Skuzinskyte/Adjanakou Toutabizi): Handout - Präsentation
Literatur
Bruche, Gerd/Reissert, Bernd, 1985: Die Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik – System, Effektivität, Reformansätze. Frankfurt a.M.
Egle, Christoph/Zohlnhöfer, Reimut/Ostheim, Tobias (Hrsg.): Das rot-grüne Projekt. Bilanz der Regierung Schröder 1998-2003.
Giesecke, Johannes/Groß, Martin, 2005: Arbeitsmarktreformen und Ungleichheit, in. Aus Politik und Zeitgeschichte B 16, 25-31 (http://www.bpb.de/publikationen/DJGTXS,0,0,Arbeitsmarktreformen_und_Ungleichheit.html).
Hickel, Rudolf, 2003: Hartz-Konzept: Arbeitslose effektiver in billige Jobs – Deregulierungsschub auf den Arbeitsmärkten, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 6-7, 7-9 (http://www.bpb.de/publikationen/NB719M,0,0,HartzKonzept:_Arbeitslose_effektiver_in_billige_Jobs_Deregulierungsschub_auf_den_Arbeitsm%E4rkten.html)
Schmid, Günther,
2003: Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt: Strategie und Vorschläge der
Hartz-Kommission, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 6-7, 3-6 (http://www.bpb.de/publikationen/AQ0T8O,0,0,Moderne_Dienstleistungen_am_Arbeitsmarkt:Strategie_und_Vorschl%E4ge_der_HartzKommission.html).
Schmid, Günther, 2006: Der kurze Traum der Vollbeschäftigung. Was lehren 55 Jahre deutsche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik? In: Schmidt, Manfred G./Zohlnhöfer, Reimut (Hrsg.): Regieren in der Bundesrepublik Deutschland. Wiesbaden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 177-201.
Schmid, Josef/Blanke,
Susanne, 2001: Arbeitsmarktpolitik der Bundesländer. Chancen und Restriktionen
eienr aktiven Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik im Föderalismus. Berlin: sigma.
Schröder, Wolfgang, 2003: Modell Deutschland und das Bündnis für Arbeit, in: Jochem, Sven/Siegel, Nico A. (Hrsg.): Konzertierung, Verhandlungsdemokratie und Reformpolitik im Wohlfahrtsstaat. Das Modell Deutschland im Vergleich. Opladen: Leske + Budrich, 107-147.
Seifert, Hartmut, 2005: Was bringen die Hartz-Gesetze, in. Aus Politik und Zeitgeschichte B 16, 17-24 (http://www.bpb.de/publikationen/4VGYP4,0,0,Was_bringen_die_HartzGesetze.html).
Seils, Eric, 2004: Sozialstaat und Arbeitsmarkt im Strukturwandel. Eine Analyse des Anpassungsprozesses in der Bundesrepublik, in: Lütz, Susanne/Czada, Roland: Wohlfahrtsstaat – Transformation und Perspektiven, 155-178.
Sozialpolitik
aktuell: Daten zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitsmarktpolitik: http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tabellen_arbeitsmarkt.shtml#V
Trampusch, Christine, 2004: Staat, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in der Arbeitsmarktpolitik. Die Reformfähigkeit der Bundesanstalt für Arbeit, in: Lütz, Susanne/Czada, Roland: Wohlfahrtsstaat – Transformation und Perspektiven, 179-203.
Dozentenfolien zur neunten Sitzung
Großbritannien und
die Bundesrepublik Deutschland hatten fast parallel seit 1997 bzw. 1998
sozialdemokratische Regierungen. In Deutschland wurde die Regierung Blair oft
als Vorbild für die eigene Beschäftigungspolitik genannt. In der Sitzung werden
die Voraussetzungen (Problemdruck nach den Vorgängerregierungen, politische
Systeme etc.) als auch die politischen Strategien und Politikergebnisse in
beiden Ländern verglichen.
Referat: Analogien
und Unterschiede der beschäftigungspolitischen Strategien der Regierungen
Schröder und Blair (Kai Peters/Jan Philip Colberg): Handout – Präsentation
als Handzettel (pdf)
Literatur
Arlt, Hans-Jürgen/Nehls, Sabine (Hrsg.), 1999: Bündnis für Arbeit. Opladen: Westdeutscher Verlag.
Dingeldey, Irene, 1998: Arbeitsmarktpolitische Reformen und
New Labour, in: APuZ B11, 32-38.
Meager, Nigel, 2001: New Deal im Vereinigten Königreich, in: Weinert, Patricia et al. (Hrsg.): Beschäftigungsfähigkeit. Von der Theorie zur Praxis. Bern et al.: Lang, 167-188.
Merkel, Wolfgang et
al., 2006: Die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie. Herausforderungen und
Bilanz der Regierungspolitik in Europa. Wiesbaden. VS Verlag für
Sozialwissenschaften, 119-196.
Scherrer, Peter/Simons, Rolf/Westermann, Klaus (Hrsg.), 1998: Von den Nachbarn lernen: Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik in Europa. Marburg: Schüren (Beiträge von Atkinson, Heise, Edmonds und Johnson zu Großbritannien).
Zohlnhöfer, Reimut, 2006: New Labours Finanz- und
Wirtschaftspolitik: Sozialdemokratie durch die Hintertür? In: Berg,
Sebastian/Kaiser, André (Hrsg.): New Labour und die Modernisierung
Großbritanniens. Augsburg: Wißner, 13-43.
Dozentenfolien zur zehnten Sitzung
Die Niederlande sind inzwischen das meistgenutzte Vorbild für die deutsche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik. In der Sitzung sollen zunächst die ökonomischen und politischen Voraussetzung in den Niederlanden vorgestellt werden. War die niederländische Politik wirklich „erfolgreich“? Welche Zusammenhänge ergeben sich aus einem Vergleich mit den Niederlanden für die Zusammenhänge zwischen politischen Strukturen, politischen Strategien und Politikergebnissen?
Referat: Konsensdemokratie und Beschäftigungspolitik in den Niederlanden (Anne Döhler/Nils Britze): Handout - Präsentation
Literatur
Becker, Uwe, 1998: Beschäftigungswunderland Niederlande? In: APuZ B 11, 12-21.
Kleinfeld, Ralf, 1993: Organisationen und Institutionen der Interessenvermittlung in der niederländischen Verhandlungsdemokratie, in: Kleinfeld, Ralf/Luthardt, Wolfgang (Hrsg.): Westliche Demokratien und Interessenvermittlung. Marburg: Metropolis, 223-260.
Merkel, Wolfgang et
al., 2006: Die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie. Herausforderungen und
Bilanz der Regierungspolitik in Europa. Wiesbaden. VS Verlag für
Sozialwissenschaften, 238-271.
Peters, Marjolein/Zwinkels, Wim, 2001: Flexecurity in den Niederlanden, in: Weinert, Patricia et al. (Hrsg.): Beschäftigungsfähigkeit: Von der Theorie zur Praxis. Bern et al.: Lang, 189-205.
Scherrer, Peter/Simons, Rolf/Westermann, Klaus (Hrsg.), 1998: Von den Nachbarn lernen: Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik in Europa. Marburg: Schüren
Schmid, Günther, 1997: Beschäftigungswunder Niederlande? Ein Vergleich der Beschäftigungssysteme in den Niederlanden und in Deutschland, in: Leviathan 25/3.
Schmid, Günther, 1998: Können wir von den Niederlanden lernen? Ein Vergleich des niederländischen und deutschen Beschäftigungssystems, in: Müller, Bernd (Hrsg.): Vorbild Niederlande? Münster: agenda, 97-113.
Visser, Jelle, 1997: Fünfzehn Jahre Bündnis für Arbeit in den Niederlanden, in. Gewerkschaftliche Monatshefte 49/10.
Visser, Jelle/Hemerijck, Anton, 1998: Ein holländisches Wunder? Frankfurt a. M./New York: Campus.
Dozentenfolien zur elften Sitzung
Ist ein radikaler Rückzug des Staates der beste Ausweg aus dem Beschäftigungsdilemma? Wodurch zeichnen sich die Strategien der oft als Vorbild genannten USA aus? Welches sind die normativen und institutionellen Voraussetzungen der amerikanischen Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik? Inwiefern lassen sich US-amerikanische Strategien auf Deutschland übertragen?
Referat:
Beschäftigungswunderland USA? (Matthias Marx): Handout -
Präsentation
Horn, Gustav, 1998: Beschäftigungswachstum in den USA ‑ ein erklärbares Wunder, DIW-Wochenbericht 9/1998, http://www.diw.de/deutsch/produkte/publikationen/wochenberichte/docs/98-09-1.html
Leutenecker, Sabine,
1999: Der Erfolg des amerikanischen Beschäftigungsmodells und seine Ursachen,
in: APuZ B 14-15, 24-30.
Schmitt, John/Mishel, Lawrence/Bernstein, Jard, 1998: Unterschätzte soziale Kosten, überbewerte ökonomische Vorteile des „US-Modells“, in: WSI-Mitteilungen, 51/4, 271-279.
Werner, Heinz, 1997: Die Arbeitsmarktentwicklung in den USA ‑
Lehren für uns? In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(MittAB), 30/3, 585-600.
In der Sitzung sollen Grundannahmen, Methoden und Strategieempfehlungen der einflussreichen Bertelsmann-Studie kritisch diskutiert werden. Mögliche Hausarbeiten könnten die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie mit denen anderer Studien vergleichen oder eigene Kriterien vorschlagen und diese zu einem alternativen Ranking verdichten.
Referat: Methoden
und politische Wirkung der Bertelsmann Beschäftigungs- und Standort-Rankings (Jan
Dzieciol/Kerstin Märländer): Handout - Präsentation
Literatur
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), 2002: Von den Besten lernen -
internationales Beschäftigungsranking 2002, S. 1-4, 22
Bertelsmann Stiftung: Informationsseite zum Internationalen Standort-Ranking: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-0A000F0A-CE41F72B/bst/hs.xsl/prj_5258.htm
Eichhorst,
Werner/Konle-Seidl, Regina/Lüdeke, Britta, 2006: Reformen der
Arbeitsmarktpolitik und der Arbeitsmarktregulierung – Ein internationaler
Vergleich, in: Empter, Stefan/Frick, Frank (Hrsg.): System Arbeitsmarkt.
Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, 142-194.
Esche, Andreas, 1998: Ein neuer Ausgleich von Eigenverantwortung und Solidarität. Internationale Beispiele zur Sozial- und Tarifpolitik, in: APuZ, B 11, 3-11.
Huckemann, Stefan, Suntum, Ulrich van, 1994b: Beschäftigungspolitik im internationalen Vergleich. Tabellenband 1980-1993. Gütersloh: Bertelsmann.
Huckemann, Stefan/Suntum, Ulrich van, 1994a: Beschäftigungspolitik im internationalen Vergleich. Länder-Ranking 1980-1993. Gütersloh: Bertelsmann.
Schmidt, C. M. et al., 2001: Perspektiven der Arbeitsmarktpolitik. Internationaler Vergleich und Empfehlungen für Deutschland. Berlin/Heidelberg: Springer.
Schröder, Jörg/Suntum, Ulrich van, 1996: Internationales
Beschäftigungs-Ranking 1996. Gütersloh:
Bertelsmann.
Schütz,
Holger/Schmid, Günther/Speckesser, Stefan, 1997: Ranking national labour market
performance: the case of the Bertelsmann Foundation, in: Tront, Leonello (ed.):
Benchmarking Employment Performance and Labour Market Policies. Berlin:
Institute for Applied Socio-Economics, 253-287.
Die international vergleichende Forschung zur Beschäftigungspolitik ist sich weitgehend darüber einig, dass Deutschland zu den weniger erfolgreichen Ländern gehört. Neben Deutschland erreichen aber auch andere kontinentaleuropäische Staaten schlechte Ergebnisse bei der Beschäftigungspolitik (vgl. Scharpf/Schmidt 2000). Ein Blick auf die Gemeinsamkeiten dieser Länder verdeutlicht bereits mögliche Gründe für die deutschen Probleme.
Während die weniger erfolgreichen Länder ähnliche Rahmenbedingungen aufweisen, lassen sich ‑ wie in den 11. und 12. Sitzungen diskutiert ‑ mindestens zwei alternative Wege zur Beschäftigungssteigerung zeigen. In der 13. Sitzung werden die Rahmenbedingungen, Strategien und Ergebnisse der erfolgreichen Länder (neben den Niederlanden, Dänemark, den USA und Großbritannien wird auch die Schweiz berücksichtigt) systematisch den deutschen Verhältnissen gegenübergestellt. Gibt es ‑ entgegen den Beteuerungen aus der Politik ‑ alternative Wege aus der deutschen Beschäftigungskrise? Welche Rolle spielen Interessen und Normen bei der Wahl beschäftigungspolitischer Strategien?
Bitte zur nächsten
Sitzung ausgefüllt mitbringen: Evaluationsbogen
Referat: Alternative
Wege zur erfolgreichen und erfolglosen Beschäftigungspolitik im Vergleich (Lene
Marie Beierlein/Mara Punthöler/Timo Stolley): Handout
- Präsentation
Literatur
Henneberger, Fred,
2005: Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik (international vergleichend), in: Schubert, Klaus (Hrsg.):
Handwörterbuch des ökonomischen Systems der Bundesrepublik Deutschland.
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 36-45.
Merkel, Wolfgang et
al., 2006: Die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie. Herausforderungen und
Bilanz der Regierungspolitik in Europa. Wiesbaden. VS Verlag für
Sozialwissenschaften, 351-405.
Scharpf,
Fritz W./Schmidt, Vivien A., 2000: Welfare and Work in the Open Economiy. Vol
I: From Vulnerability to Competiveness. Oxford et al.:
Werner, Heinz, 1998: Beschäftigungspolitisch erfolgreiche Länder. Lehren für die Bundesrepublik Deutschland, in: APuZ B 34-35, 3-14.