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zum Text von Aristoteles (Nils Bandelow, WS 2001/2002)
Zeitlicher Kontext der Vorlesungsunterlagen von Aristoteles
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Aristoteles lebte von 384-322 v. u. Z. (Sklavenhaltergesellschaft, noch
keine ausdifferenzierten Wissenschaften, Modell der Polis als Vorlage der
Staatstheorie (Staaten sind Kleinstaaten mit deutlich unter 100.000 Einwohnern),
Schriften und Informationen zur Person sind lückenhaft)
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Aristoteles war von 347-367/8 Mitglied der platonischen Akademie (vor
allem methodische Einflüsse von Platons Philosophie: (1) wissenschaftliche
Methode des Ordnens von Wissen, (2) Bindung von Wissen an die Suche nach
Erklärungen; gleichzeitig im Bereich der philosophischen Grundlagen
bewusste Abgrenzung vom Lehrer Platon)
Politikbegriff bei Aristoteles
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Der Politikbegriff der griechischen Antike ist normativ und theoretisch,
empirisch und praktisch zugleich.
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Üblicherweise wird der normative Politikbegriff der guten und gerechten
Ordnung, die apriorisch vorgegeben ist, auf Aristoteles zurückgeführt.
Staatszweck bei Aristoteles
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vollkommenes Leben, Glückseligkeit
Staatsformen bei Aristoteles
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Zahl der Herrschenden
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einer
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wenige
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viele
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Tugendhaftigkeit
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ja
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1
Monarchie
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2
Aristokratie
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3
Timokratie
(Politie)
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der Herrschenden
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nein
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6
Tyrannis
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5
Oligarchie
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4
Demokratie
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(Achtung: Die Begriffe wechseln bei Aristoteles, Begriffe oben sind
aus dem Reader, Timokratie und Demokratie werden sonst zumeist in genau
entgegengesetzter Form gebraucht)
Bei besonderer Vortrefflichkeit eines einzelnen ist es nach Aristoteles
gerecht, wenn dieser alleine herrscht (Monarchie als theoretisch beste
Staatsform), in der Realität hat Aristoteles aber zumeist die Demokratie
als die am wenigsten schlechte Staatsform empfohlen
Menschenbild bei Aristoteles
Der Polis-Bürger ist von Natur aus:
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sozial, d. h. von Natur aus auf Gemeinschaft angelegt (zoon politikon),
Tierarten sind dann sozial, wenn sie eine bestimmte Tätigkeit gemeinsam
ausüben
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rational (zielgerichtetes Handeln/telos), oberstes Ziel ist das "Gute"
(Glückseligkeit)
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leidenschaftlich
Es gibt eine natürliche Ungleichheit, Sklavenhaltung wird als legitim
angesehen
Interesse und Gemeinwohl bei Aristoteles
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Gemeinwohl: Orientierung an dem Wohl aller oder der Beherrschten, (Gegensatz
Despotie), Output-Verständnis von Gemeinwohl (Herrschaft für
das Volk nicht unbedingt durch das Volk)
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Im Falle einer nicht-entarteten Verfassung sind Einzelinteresse und Gemeinwohl
identisch
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Durch Erziehung soll der Polis-Bürger die Fähigkeit behalten,
seine Leidenschaft zu unterdrücken um gemäß seiner Veranlagung
vernünftig und sozial zu leben
Methode von Aristoteles
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Rückführung von Phänomenen auf auf allgemeine Prinzipien/wahre
Sätze (Axiome) aus denen dann wieder Einzelerkenntnisse deduziert
werden
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Aristoteles war auch Empiriker (allerdings nicht im heute üblichen
rigiden Verständnis), seine Vorlesungen basierten u. a. auf historischen
Forschungen zu 158 Staatsverfassungen (u. a. Archivarbeit mit viel Liebe
zu Details), aber: fast keine quantitative Forschung, für heutige
Vorstellung sehr primitive Methoden und Begriffe
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Politik und Ethik sind Aristoteles praktische Wissenschaften, d.
h. sie beschäftigen sich damit, wie die Menschen unter verschiedenen
Umständen handeln sollen (daneben gibt es herstellende Wissenschaften
wie Ackerbau und die theoretischen Wissenschaften Mathematik, Naturwissenschaften
und Theologie)