Stichworte zum Text von Marx und Engels (Nils Bandelow, WS 2001/02)

Zeitlicher Kontext bei der Schriften von Marx und Engels

Methode von Marx und Engels Anthropologische Grundlagen des historischen Materialismus Staatszweck und Staatsstruktur bei Marx und Engels Interesse und Gemeinwohl bei Marx und Engels Politikbegriff von Marx und Engels Zentrale Begriffe des historischen Materialismus Produktivkräfte: Gesamtheit der subjektiven und gegenständlichen Faktoren des Produktionsprozesses sowie deren Zusammenwirken bei der Produktion materieller Güter. Zu den Produktivkräften gehören die Menschen (mit ihrem Wissen, ihren Fähigkeiten, Produktionserfahrungen und Arbeitsfertigkeiten) sowie die Produktionsmittel. Auch Wissensgrundlagen des Produktionsprozesses (so etwa die Ingenieurwissenschaften) gehören zu den Produktivkräften.

Produktionsmittel: Gesamtheit der Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände, mit denen die Menschen im Produktionsprozess materielle Güter erzeugen und produktive Leistungen vollbringen. Die Produktionsmittel sind Teil der Produktivkräfte. Sie umfassen die Produktionsinstrumente (Arbeitsinstrumente), aber auch andere Arbeitsmittel wie etwa das Transportsystem, Gebäude und Anlagen, Boden, Bodenschätze, Naturreichtümer, Rohstoffe, Halbfabrikate. Alle diese Elemente werden erst durch ihre Verbindung mit der menschlichen Arbeitskraft zu Produktionsmitteln.

Produktionsweise: umfasst Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse in ihrer Einheit, Grundlage der gesamten gesellschaftlichen Entwicklung.

Produktionsverhältnisse/materielle Basis: ökonomische Verhältnisse (Eigentumsverhältnisse und Austauschbeziehungen inklusive Eigentumsformen). Die Basis wird durch den Stand der Produktivkräfte gebildet, wirkt aber gleichzeitig auf die Weiterentwicklung der Produktivkräfte zurück.

ideologischer Überbau: Empfindungen, Illusionen, Denkweisen, Lebensanschauungen. Der Überbau wird in seinem Inhalt durch die Basis bestimmt, hat aber in seiner Entwicklung auch eine gewisse Selbständigkeit. Vor allem beim Übergang von der kapitalistischen in die sozialistische Gesellschaft kommt dem Überbau eine überragende Bedeutung zu, weil es sich dabei um einen planmäßig geleiteten bewussten Prozess handelt (es handelt sich dabei aber nicht um einen Determinismus des Überbaus, sondern um ein Wechselverhältnis zwischen Basis und Überbau).


Übersicht: Darstellung der Klassengegensätze und ihrer Entwicklungen im historischen Materialismus (ACHTUNG: Die Übersicht ist nur in der Word-Version zu gebrauchen)

(stark vereinfacht)



 
 
 
 
 
 






Fortschritt der Produktivkräfte als Bewegungsmoment
Kommunismus
Klassenlose Gesellschaft, jeder arbeitet nach seinen Fähigkeiten, Distribution von Gütern nach Bedürfnissen, kein Staat, keine nationale Zugehörigkeit, Gemeinwohl
         
Übergang
       
         
Sozialismus
Beginnt mit der Herrschaft des Proletariats und Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln, dadurch Aufhebung aller Klassenwidersprüche, jeder arbeitet nach seinen Fähigkeiten, Distribution von Gütern nach Leistung
         
Revolution
       
         
Kapitalismus
 
Bourgeoisie
Antagonismus

Ausbeutung

Proletariat
         
Revolution
       
         
Feudalismus
 
Barone/
Zunftbürger
Antagonismus

Ausbeutung

Leibeigene (kleine Bauern)/
Gesellen
         
Revolution
       
         
Sklavenhalter-ordung
 
Stammhäupter, 
später: Staatsbürger
Antagonismus

Ausbeutung

Sklaven
         
  Einzäunung von Besitz, Schaffung von Eigentum, Entwicklung von Herrschaftsverhältnissen, d. h. Ausbeutung von Menschen durch Menschen
         
Urgesellschaft
Anlage von Klassenstrukturen durch patriarchalische Familienverhältnisse

 
 
 

Gesellschaftsordnungen und Eigentumsformen nach Marx und Engels