Ruhr-Universität Bochum,
Übung: Einführung in die Politikwissenschaft, WS 2001/2002
Referat von Sebastian Jeworutzki
Gelten die von Scharpf im Hinblick
auf die Bundesrepublik der 1960er-Jahre attestierten Benachteiligungen
von "Unterschicht"-Interessen in politischen Prozessen auch für studentische
Interessen in der heutigen Bundesrepublik?
Situation der Unterschicht:
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fehlende Möglichkeiten zum Entdecken und Trainieren von politischen
Fähigkeiten am Arbeitsplatz und in anderen notwendigen Mitgliedschaftsrollen
(vgl. S. 140)
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Zusammenarbeit wird nicht gelernt, genauso wenig wie an Entscheidungsprozessen
mitzuwirken, also demokratisches Verhaltensweisen und politische Fähigkeiten
auszubilden. (Vgl. S. 139)
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Benachteiligungen gegenüber der Oberschicht im Bildungsniveau,
freier Zeiteinteilung und materieller Absicherung
è "Unterschicht"-Interessen
werden kaum wahrgenommen.
Situation der Studenten in der heutigen BRD:
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formell bestehen schon in den Schulen Mitbestimmungsmöglichkeiten,
in denen "demokratisches Verhalten und politische Fähigkeiten" (S.
139) eingeübt werden können.
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An den Universitäten sind formalisierte "Mitbestimmungsmodelle"
(S. 137) vorhanden
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Mitbestimmung ist dennoch zum Großteil stark reglementiert und
eingeschränkt
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Starke soziale Sanktionsmöglichkeiten erschweren es Meinungsverschiedenheiten
auszutragen
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Geringe materielle Absicherung und dadurch häufig bedingt unfreie
Zeiteinteilung
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Die Situation der Studenten bereitet sie eher auf die Teilnahme an politischen
Prozessen vor, dennoch zeigen sich deutliche Parallelen zur Situation der
ehemaligen Unterschicht.
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Fehlende Motivation zur Partizipation durch geringe Entscheidungsmöglichkeiten
im Alltag
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Auch der soziale Status und das hohe Bildungsniveau tragen nicht zur
verstärkten Wahrnahme der Interessen bei, da z. B. die Freizeit zur
Erwerbsarbeit genutzt wird und in der politischen Betätigung keine
Vorteile für das eigene Fortkommen gesehen werden.