Max Weber (zeitlicher Kontext und zentrale
Begriffe)
Zeitlicher Kontext des Weber-Vortrags „Politik als Beruf“
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Erfahrungen des 1. Weltkriegs, der russischen Oktoberrevolution und der
deutschen Novemberrevolution
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Frühphase der Parlamentisierung, Bedeutungsgewinn der Parteien
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In dieser Situation: Große Ungewissheit über die Zukunft Deutschlands
und die Frage, wie ein stabiles, friedliches Deutschland politisch-institutionell
ausgestaltet sein muss
Zum persönlichen Anliegen von Max Weber
* Allgemeines Wissenschaftsverständnis u. a.: Trennung von Wissenschaft
und Werturteil
* Wichtige Forschungsthemen:
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Wie lässt sich die Bürokratie bändigen?
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In welchem Zusammenhang stehen die Calvinistische Ethik und die Entwicklung
des Kapitalismus?
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Zentrales Thema des Vortrages: Welche Voraussetzungen muss und sollte ein
Politiker im entstehenden Parlamentarismus mitbringen?
Webers Politikbegriff
„‘Politik‘ würde also für uns heißen: Streben nach Machtanteilen
oder nach Beeinflussung der Machtverteilung, sei es zwischen Staaten, sei
es inerhalb eines Staates zwischen den Menschengruppen, die er umschließt“
(Reader S. 7).
---> realistischer Politikbegriff (Konzentration auf Streben nach
Machtanteil oder Beeinflussung der Machtverteilung, andere Gesichtspunkte
(etwa Gemeinwohl/gutes Leben) werden nicht einbezogen, da sie
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nicht für jedes politische Handeln maßgeblich sein müssen
und
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sich einer (werturteilsfreien) wissenschaftlichen Betrachtung entziehen)
Webers Staatsverständnis
„Staat ist diejenige menschliche Gemeinschaft, welche innerhalb eines
bestimmten Gebietes das Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit für
sich (mit Erfolg) beansprucht.“ (Reader S. 7)
ständisch gegliederter Verband (Vorläufer des modernen
Staates): „(Ein) politischer Verband, bei dem die sachlichen Verwaltungsmittel
ganz oder teilweise in der Eigenmacht des abhängigen Verwaltungsstabes
sich befinden“ (Reader S. 9)
moderner Staat: „anstaltsmäßiger Herrschaftsverband
..., der innerhalb eines Gebietes die legitime physische Gewaltsamkeit
als Mittel der Herrschaft zu monopolisieren mit Erfolg getrachtet hat und
zu diesem Zweck die sachlichen Betriebsmittel in der Hand seienr Leiter
vereinigt, die sämtlichen eigenberechtigten ständischen Funktionäre
aber, die früher zu Eigenrecht darüber verfügten, enteignet
und sich selbst in seiner höchsten Spitze an der deren Stelle gesetzt
hat“ (Reader S. 10).
Macht und Herrschaft nach Max Weber
Macht (nicht im Reader): „jedwede Chance, innerhalb einer sozialen
Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel
worauf diese Chance beruht.“
Herrschaft (nicht im Reader definiert): „Chance, für einen
Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden“
Herrschaft ist ein Spezialfall von Macht. Herrschaft ist dauerhaft angelegt.
Damit sie bestehen kann, ist Legitimität notwendig:
Legitimität: „innere Rechtfertigungen“ (Reader S. 7)
Legitime Herrschaft setzt also voraus, dass sie von den Beherrschten
als gerechtfertigt empfunden wird.
Die drei idealtypischen Legitimitätsgründe einer Herrschaft
sind:
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traditionale Herrschaft (Reader S. 7): "Autorität des ""ewig
Gestrigen": der durch unvordenkliche Geltung und gewohnheitsmäßige
Einstellung auf ihre Innehaltung gehiligten Sitte".
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charismatische Herrschaft (Reader S. 7-8): "Autorität der außteralltäglichen
persönlichen Gnadengabe (Charisma), die ganz persönliche HIngabe
und das persönliche Vertrauen zu Offenbarungen, Heldentum oder andere
Führereigenschaften des einzelnen ..."
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Herrschaft kraft "Legalität" (Reader S. 8): "kraft des Glaubens
an die Geltung legaler Satzung und der durch rational geschaffene Regln
begründeten sachlichen "Komptenz" ..."
Idealtypus (nicht im Reader definiert): "wird gewonnen durch einseitige
Steigerung eines oder einiger Gesichtspunkte und durch Zusammenschluß
einer Fülle von diffus und diskret, hier mehr, dort weniger, stellenweise
gar nicht vorhandener Einzelerscheinungen, die sich jenen einseitig herausgehobenen
Gesichtspunkten fügen, zu einem in sich einheitlichen Gedankengebilde."
Idealtypen erfüllen u. a. folgende Funktionen: reine Konstruktion
von Zusammenhängen, Anregung zur Hypothesenbildung, Beitrag zur Vermittlung
von Erklären und Verstehen
Gesinnungsethik und Verantwortungsethik
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gesinnungsethische Handlungsmaxime (Reader S. 18): Rechtfertigung
von Handlungen mit deren Zielen, Mensch handelt nach einer Ideologie, überträgt
die Verantwortung für die Folgen seines Tuns auf andere, sieht sich
für Folgen nicht verantwortlich
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verantwortungsethische Handlungsmaxime (Reader S. 18): Aufkommen
für die (voraussehbaren) Folgen seine Handelns