Stichworte zu den Federalist-Artikeln 10 und 51
Nils Bandelow, Unterlagen zur Übung: Einführung in die Politikwissenschaft

Bild von Madison
 

Zeitlicher Kontext der Artikel

Eine Übersicht zur Entwicklung der amerikanischen Parteien von den Federalists bis heute bietet folgende externe Seite (für deren Inhalt ich nicht verantwortlich bin): http://www.edgate.com/elections/inactive/the_parties/
 

Begriffe

Faktion: "Unter einer Faktion verstehe ich eine Gruppe von Bürgern, - das kann eine Mehrheit oder eine Minderheit der Gesamtheit sein, - die durch den gemeinsamen Impuls einer Leidenschaft oder eines Interesses vereint und zum Handeln motiviert ist, welcher im Widerspruch zu den Rechten anderer Bürger oder dem permanenten und gemeinsamen Interesse der Gemeinschaft steht" (S. 69). Beispiel: In bestimmten Situationen etwa religiöse Sekten

(reine) Demokratie: "Gemeinwesen ..., das aus wenigen Bürgern besteht, die sich in personam versammeln und die Regierungsgewalt selbst ausüben" (S. 71)

Republik: Repräsentative Form der Volksherrschaft, dadurch auch geeignet für große Staaten (S. 71-72)
 

Menschenbild der Federalists

Staatszweck bei Madison Ideale Staatsstruktur bei den Federalists Zentrale Argumente für den Virginia-Plan (vgl. ideale Staatsstruktur) Interesse und Gemeinwohl bei Madison


Mögliche Kritikpunkte an den Vorschlägen und Argumenten der Federalists aus heutiger Sicht


Methode von Madison

Die Methode wird in den Zeitungsartikeln nicht explizit dargelegt. Implizit wird aber deutlich:

Politikbegriff von Madison

Madison lässt sich keinem der üblichen idealtypischen Politikbegriffe zuordnen. Eine Übersicht über idealtypische Politikbegriffe bietet folgende externe Seite (für deren Inhalt ich nicht verantwortlich bin):
http://www.vib-bw.de//tp5/polispw/kap1/kap121.htm
Madisons Politikbegriff ist wohl normativ, entspricht aber nicht dem Politikbegriff der üblichen normativen Zugänge (etwa bei Aristoteles) sondern ist eher ein Gegenentwurf dazu. Madisons Politikbegriff lässt sich eher als pragmatisch und als konfliktorientiert kennzeichnen.


Zur Bewertung der Federalist Papers als Demokratietheoretiker aus Sicht des heutigen deutschen politikwissen­schaftlichen Mainstreams

-        Demos- Begriff: Eng, mittel oder weit?

Mittel
-        Oppositions- oder Kontrollchance erfasst?

Ja

-        Ist Zügelung des Souveräns vorgesehen?

Ja

-        Erörterte Konfliktregelungen: Mehrheit (M), Konkordanz (K), Hierarchie (H), Einstimmig­keit (E)


M + E

-        Theorie: normativ oder empirisch

Empirisch + normativ

-        Theorie: statisch oder dynamisch

Statisch

-        Theorie: input- und outputorientiert

Input + Output

-        Basiert Theorie auf Vergleich?

z. T.

-        Werden Genese und Funktionserfordernisse der Demokratie analysiert?

Nein/z. T.

-        Werden Bedingungen des Demokratie­zusam­men­bruchs erkundet?

Nein

-        Werden Leistungen und Probleme der Demo­kratie erfasst?

z. T.

-        Theorie testbar?

Moderat

-        Potentielle Reichweite der Theorie

Groß

-        Leistungskraft der Theorie

Beträchtlich

 Aus: Schmidt, Manfred G., 2000: Demokratietheorien. Opladen: Leske + Budrich, S. 544-545