Stichworte zu den Textausschnitten von Marx und Engels
Nils Bandelow, Unterlagen zur Übung: Einführung in die Politikwissenschaft

Bild von Marx und Engels
 

Zeitlicher Kontext bei der Schriften von Marx und Engels
 


Anthropologische Grundlagen des histo-rischen Materialismus
 


Gesellschaftsordnungen und Eigentumsformen nach Marx und Engels
 


Methode von Marx und Engels
 


Staatszweck und Staatsstruktur bei Marx und Engels
 


Interesse und Gemeinwohl bei Marx und Engels
 


Politikbegriff von Marx und Engels
 


Zentrale Begriffe des historischen Materialismus

Produktivkräfte: Gesamtheit der subjektiven und gegenständlichen Faktoren des Produktionsprozesses sowie deren Zusammen-wirken bei der Produktion materieller Güter. Zu den Produktiv-kräften gehören die Menschen (mit ihrem Wissen, ihren Fähigkeiten, Produktionserfahrungen und Arbeitsfertigkeiten) sowie die Produk-tions-mittel. Auch Wissensgrundlagen des Produktionsprozesses (so etwa die Ingenieurwissenschaften) gehören zu den Produktivkräften.

Produktionsmittel: Gesamtheit der Arbeitsmittel und Arbeitsgegen-stände, mit denen die Menschen im Produktionsprozess materiel-le Güter erzeugen und produktive Leistungen vollbringen. Die Produktionsmittel sind Teil der Produktivkräfte. Sie umfas-sen die Produktionsinstrumente (Arbeitsinstrumente), aber auch andere Arbeitsmittel wie etwa das Transportsystem, Gebäude und Anla-gen, Boden, Boden-schätze, Naturreichtümer, Rohstoffe, Halbfabrikate. Alle diese Elemente werden erst durch ihre Verbindung mit der menschlichen Arbeitskraft zu Produktionsmitteln.
Produktionsweise: umfasst Produktivkräfte und Produktions-verhältnis-se in ihrer Einheit, Grundlage der gesamten gesell-schaftlichen Entwicklung.

Proletariat (Arbeiterklasse): Lohnarbeiter, die in der bürgerlichen Gesellschaft dazu gezwungen sind, ihre Existenz durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft zu sichern, da sie über keine Produktionsmittel verfügen. Das Proletariat hat als „Klasse an sich“ gemeinsame objektive Interessen. Durch die Bewusstwerdung dieser Interessen wird es zur „Klasse für sich“. In der bürgerlichen Gesellschaft ist das Proletariat die ausgebeutete Klasse, die immer ärmer und rechtloser wird und gleichzeitig zu einer immer größeren Mehrheit anwächst. Durch die sozialistische Revolution wird es zur herrschenden Klasse (Diktatur des Proletariats) um den Übergang zur klassenlosen Gesellschaft (Kommunismus) anzuführen.

Bourgeoisie (Bürgertum): Zunächst als Teil der ausgebeuteten und unterdrückten Klasse am Ende der Feudalgesellschaft entstanden, durch die bürgerliche Revolution zur herrschenden Klasse gewordenen Eigentümer kapitalistischer Produktionsmittel. Der Besitz der Produktionsmittel ermöglicht in der bürgerlichen Gesellschaft die Ausbeutung des Proletariats und macht die Bourgeoisie zur herrschenden Klasse.

Produktionsverhältnisse/materielle Basis: ökonomische Verhältnisse (Eigentumsverhält-nisse und Austauschbeziehungen inklusive Eigentumsformen). Die Basis wird durch den Stand der Produktivkräfte gebildet, wirkt aber gleichzeitig auf die Weiterentwicklung der Produktivkräfte zurück.

ideologischer Überbau: Empfindungen, Illusionen, Denkweisen, Le-bensanschauungen. Der Überbau wird in seinem Inhalt durch die Basis bestimmt, hat aber in seiner Ent-wick-lung auch eine gewisse Selbständigkeit. Vor allem beim Über-gang von der kapitalisti-schen in die sozialistische Gesellschaft kommt dem Überbau eine überragende Bedeu-tung zu, weil es sich dabei um einen plan-mäßig geleiteten be-wussten Prozess han-delt (es handelt sich dabei aber nicht um einen Determinismus des Überbaus, sondern um ein Wechselverhältnis zwischen Basis und Überbau).
 
 


Übersicht: Darstellung der Klassengegensätze und ihrer Entwicklungen im historischen Materialismus (ACHTUNG: Die Übersicht ist nur in der Word-Version zu gebrauchen)

(stark vereinfacht)



 
 
 
 
 
 
 
 






Fortschritt der Produktivkräfte als Bewegungsmoment
Kommunismus
Klassenlose Gesellschaft, jeder arbeitet nach seinen Fähigkeiten, Distribution von Gütern nach Bedürfnissen, kein Staat, keine nationale Zugehörigkeit, Gemeinwohl
         
Übergang
       
         
Sozialismus
Beginnt mit der Herrschaft des Proletariats und Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln, dadurch Aufhebung aller Klassenwidersprüche, jeder arbeitet nach seinen Fähigkeiten, Distribution von Gütern nach Leistung
         
Revolution
       
         
Kapitalismus
 
Bourgeoisie
Antagonismus

Ausbeutung

Proletariat
         
Revolution
       
         
Feudalismus
 
Barone/
Zunftbürger
Antagonismus

Ausbeutung

Leibeigene (kleine Bauern)/
Gesellen
         
Revolution
       
         
Sklavenhalter-ordung
 
Stammhäupter, 
später: Staatsbürger
Antagonismus

Ausbeutung

Sklaven
         
  Einzäunung von Besitz, Schaffung von Eigentum, Entwicklung von Herrschaftsverhältnissen, d. h. Ausbeutung von Menschen durch Menschen
         
Urgesellschaft
Anlage von Klassenstrukturen durch patriarchalische Familienverhältnisse

 
 
 

Gesellschaftsordnungen und Eigentumsformen nach Marx und Engels


Zur Bewertung von Marx als Demokratie­theoretiker aus Sicht des heutigen deutschen politikwissen­schaftlichen Mainstreams

-        Demos- Begriff: Eng, mittel oder weit?

Mittel

-        Oppositions- oder Kontrollchance erfasst?

Nein

-        Ist Zügelung des Souveräns vorgesehen?

Nein

-        Erörterte Konfliktregelungen: Mehrheit (M), Konkordanz (K), Hierarchie (H), Einstimmig­keit (E)


M + H

-        Theorie: normativ oder empirisch

Normativ

-        Theorie: statisch oder dynamisch

Statisch

-        Theorie: input- und outputorientiert

Input + Output

-        Basiert Theorie auf Vergleich?

Nein

-        Werden Genese und Funktionserfordernisse der Demokratie analysiert?

Nein/Nein

-        Werden Bedingungen des Demokratie­zusam­men­bruchs erkundet?

Nein

-        Werden Leistungen und Probleme der Demo­kratie erfasst?

Nein

-        Theorie testbar?

Moderat

-        Potentielle Reichweite der Theorie

Moderat

-        Leistungskraft der Theorie

Gering

 Aus: Schmidt, Manfred G., 2000: Demokratietheorien. Opladen: Leske + Budrich, S. 544-545