Stichworte zum Textausschnitt von Mancur Olson (Nils Bandelow, WS 2000/01)

Wissenschaftlicher und politischer Hintergrund des Olson-Textes

Politikbegriff Olsons

Methodisches Vorgehen von Olson

Staatsszweck und Struktur eines idealen Staates nach Olson

Menschenbild Olsons

Homo oeconomicus: egoistisch, utilitaristisch, zweckrational, kein Kantischer Altruismus

Zentrale These des Textes

Die Annahme, dass Individuen mit übereinstimmenden Interessen automatisch gemeinsam für diese eintreten, ist unter der Voraussetzung individuell zweckrational handelnder Individuen falsch. Vor allem bei großen und heterogenen Gruppen ist ein gemeinsames Eintreten für gemeinsame Ziele unwahrscheinlich.

Zusammenhang von Interesse und Gemeinwohl bei Olson

Gegenüberstellung von Vorzügen und Grenzen des Ansatzes von Olson (Auswahl)

Vorzüge

Kritik und Probleme

  • hoher Informationsgehalt (klare thesen, welche auf wenigen Annahmen beruhen, große Reichweite der Thesen
  • gute Überprüfbarkeit der Schlussfolgerungen
  • zahlreiche Übereinstimmungen empirischer Beobachtungen mit den Annahmen und Schlussfolgerungen
  • in sich schlüssige (logische) Argumentation
  • Möglichkeit zur Entwicklung kontraintuitiver Hypothesen
  • alle alternativen Theorien haben (auch) wesentliche Schwächen

  • normative Kritik: Es gibt die Befürchtung, dass erst die Annahme eines Homo oeconomicus diesen schafft bzw. solches Verhalten bestärkt und legitimiert wird
  • wissenschaftstheoretische Kritik: Trennung von Subjekt und Objekt der Sozialforschung wir als unmöglich angesehen, wissenschaftliche Forschung ist dann sozial bestimmt, die Annahme einer objektiven Wahrheit unhaltbar
  • theoretische Kritik: wertrationales, traditionales, emotionales und dramaturgisches Handeln wird vernachlässigt, Wandel von Präferenzen (Lernen, Argumentieren) wird ausgeblendet
  • empirische Probleme: Es gibt mehr kollektive Güter, als nach Oson angenommen werden müsste. Außerdem gibt es eine Reihe andere möglicher Gründe für das Nichteintreten in eine Organisation (Unkenntnis von der Existenz des Verbandes bzw. der Eintrittsprozeduren, begrenztes Haushaltsbudget, Unzufriedenheit mit einem Teil der Ziel oder einzelnen Repräsentanten der Organisation)

Zentrale Begriffe der Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ)

Literaturhinweise zu Olson (Sekundärliteratur):

Braun, Dietmar, 1999: Theorien rationalen Handelns in der Politikwissenschaft. Eine kritische Einführung. Opladen.

Lawson, Tony, 1997: Economics and Reality. London.

Lehner, Franz, 1981: Einführung in die Neue Politische Ökonomie. Königstein/Ts.

Schubert, Klaus (Hrsg.), 1992: Leistungen und Grenzen politisch-ökonomischer Theorie. Eine kritische Bestandaufnahme zu Mancur Olson. Darmstadt.

weitere Hinweise in Artikeln politikwissenschaftlicher Lexika und Handwörterbücher, Stichworte: Rational Choice, Neue Politische Ökonomie