Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sozialwissenschaft

Übung: Einführung in die Politikwissenschaft

Priv.-Doz. Dr. Nils Bandelow

Sommersemester 2005
Montags 10-12 Uhr
Raum GC 04/414 (wie in der ersten Sitzung - aber anders als im Sowi-Info angegeben)
 

Die Klausurergebnisse liegen vor (ohne Gewähr). Bitte beachten Sie, dass Sie die alle Scheine jeweils nicht bei mir, sondern im Sekretariat bei Frau Hüpen erhalten. Beschwerden und Rückfragen zur Bewertung können Sie in meiner Sprechstunde vorbringen.

 

Die Stichworte zu den Texten sind lediglich als Orientierungspunkte für eine eigenständige Bearbeitung der Texte gedacht. Sie sollen außerdem in den Veranstaltungen als Unterstützung dienen. Daher sollten die Dateien jeweils vor den Sitzungen ausgedruckt und zur Sitzung mitgebracht werden. Für ein sinnvolles Studium (und für die Klausur) ist es unverzichtbar, alle Sitzungen regelmäßig zu besuchen, die Texte selbst zu lesen und sich selbst darum zu bemühen, die wichtigsten Begriffe, Konzepte und Aussagen herauszuarbeiten. Der Zweck der Stichworte liegt darin, einen Leitfaden für die Themen der eigenen Vorbereitung zu bieten und mögliche Interpretationen vorzustellen. Ich weise hiermit noch einmal darauf hin, dass es in der Klausur nicht erwünscht ist, dass die präsentierten Stichworte in dieser Form einfach auswendig gelernt und niedergeschrieben werden. Vielmehr sollen in der Klausur durchgängig formulierte vergleichende Antworten gegeben werden, die ein eigenständiges Textverständnis verdeutlichen. Angesichts der Überfüllung der Veranstaltung wird empfohlen, die Texte jeweils vor den Sitzungen in kleineren Arbeitsgruppen zu besprechen. Verbleibende Unklarheiten können dann in den Sitzungen geklärt werden. Diese Hinweise gelten nicht nur für die vorliegenden Stichworte, sondern auch für die mittlerweile im Internet kursierenden Kopien und tabellarischen Übersichten, die entweder vollständig oder zu großen Teilen auf den hier erarbeiteten Stichworten beruhen. Da diese Tabellen teilweise noch zusätzliche Fehler enthalten wird dringend davon abgeraten, diese unkritisch als Lerngrundlage zu verwenden. Falls Sie selbst die vorliegenden Stichworte für eigene (Intenet-) Veröffentlichungen nutzen wollen, beachten Sie bitte die üblichen Regeln wissenschaftlichen Arbeiten.

Voraussetzung für eine Teilnahme an der Übung ist die regelmäßige aktive Vorbereitung. Dies setzt voraus, dass der jeweils zu behandelnde Text vor der Sitzung gelesen und bearbeitet wird. Studierende, die unentschuldigt oder zu häufig (mehr als zwei Sitzungen) fehlen, oder nicht ausreichend vorbereitet in den Sitzungen erscheinen, können an der Klausur nicht teilnehmen und daher keinen Schein erwerben. Bei der Verbereitung der Sitzungen sind die nachfolgenden Hinweise zu beachten.

Zentrale Aspekte bei der Bearbeitung der Texte

Allgemeine Arbeitshinweise

  1. Zu jeder Sitzung zunächst den entsprechenden Readertext lesen, um dann in einem zweiten Schritt die Struktur zu erschließen. Danach in den Texten wichtige Passagen markieren und kommentieren


(z. B. "These 1", "Zwischenresümee", "Beispiel").

  1. Zur Vorbereitung der Sitzungen wird empfohlen, in Fachwörterbüchern und Lexika zentrale Begriffe des Textes nachzuschlagen


(z. B. bei Max Weber "Macht und Herrschaft").

  1. Es wird dringend empfohlen, sich einer  Arbeitsgruppe anschließen, die sich zur Vorbereitung jeder Sitzung trifft.

1) Bearbeitung der Klassiker (Weber, Aristoteles, Hobbes, Rousseau, Madison, Marx/Engels)

  1. Text in den Zeitrahmen einordnen, Biographie des Autors erarbeitenund Zusammenhänge zu den zentralen Aussagen des Textes herstellen. Hierzu ist Sekundärliteratur zu Rate zu ziehen.
  2. Zentrale Begriffe des Textes klären.
  3. Politikbegriff des Autors herausarbeiten (z. B. empirisch-analytisch,deskriptiv oder normativ, technisch oder pädagogisch, konfliktorientiertoder konsensorientiert, zweckrational oder wertrational). - Für einen Überblick über idealtypische Politikbegriffe empfehle ich auch den externen Link zum Verbundprojekt VIB der Pädagogischen Hochschulen des Landes Baden-Württemberg. (Ich bin nicht für die Inhalte externer Seiten verantwortlich.)
  4. Von welchem Menschenbild geht der Autor aus? (Bei Max Weber: Von welchem Politikerbild geht Weber aus?)
  5. Welchen Staatszweck legt der Text zugrunde?
  6. Wie konzipiert der Autor den idealen Staat?
  7. Wie ist der Autor vorgegangen, um sein Modell eines idealen Staateszuentwerfen? (Methode)
  8. Von welchem Begriff des Interesses und von welcher Gemeinwohlvorstellung geht der Autor aus? Gibt es Widerspüche und eventuelle Lösungsvorschläge für Widersprüche? (Bei Max Weber: An welchen ethischen Prinzipien soll sich Politik orientieren und welche Probleme treten dabei auf?)
  9. Inwiefern lassen sich die Methoden und Aussagen des Textes auf die Gegenwart übertragen?
  10. Gibt es aus heutiger Sicht Kritikpunkte an der Vorgehensweise oder den Thesen des Textes?

2) Bearbeitung der modernen Texte (Fraenkel, Olson, Scharpf, Offe, Kielmansegg)

  1. In welchem wissenschaftlichen und politischen Hintergrund steht der Autor bzw. die Autorin? (Dazu sollten jeweils folgende Begriffe in Lexika nachgeschlagen werden: Fraenkel: (Neo-)Pluralismus; Olson: Rational Choice/Neue politische Ökonomie/Ökonomische Theorie der Politik, Scharpf: Föderalismus; Offe: Gemeinwohl, Kielmansegg: Europäische Integration)
  2. Weitere zentrale Begriffe des Textes klären.
  3. Welche Fragestellung untersucht der Text?
  4. Mit welchen Mitteln wird die Fragestellung untersucht? (Methode)
  5. Was ist die zentrale These des Textes?
  6. Von welchem Begriff des Interesses und von welcher Gemeinwohlvorstellung geht der Autor bzw. die Autorin aus? Gibt es Widerspüche und eventuelle Lösungsvorschläge für Widersprüche?
  7. Politikbegriff des Autors herausarbeiten (z. B. empirisch-analytisch,deskriptiv oder normativ, technisch oder pädagogisch, konfliktorientiertoder konsensorientiert, zweckrational oder wertrational).
  8.  Bestehen Bezüge des Textes zu Methoden oder Aussagen der Klassiker?
  9. Lassen sich aktuelle Beispiele für eine Anwendung oder Widerlegung von Aussagen des Textes finden?

Allgemeine Literaturempfehlungen

Die folgenden Empfehlungen dienen lediglich einer ersten Orientierung. Teilweise sind die Texte durch andere Einführungen ersetzbar. In jedem Fall sollten eigene Recherchen in Bibliotheken, bei der Bundeszentrale für politische Bildung, der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und im Internet durchgeführt werden, um Unklarheiten klären zu können und zusätzliche Perspektiven für die Entwicklung eigener Positionen kennen zu lernen.

 

a) Einführungen in die Politikwissenschaft

Alemann, Ulrich von: Grundlagen der Politikwissenschaft. Ein Wegweiser, Opladen, 2. Aufl. 1995, Sowi-Bibliothek, Signatur P1/183
Alemann, Ulrich von/Forndran, Erhard 2002: Methodik der Politikwissenschaft. Sowi-Bibliothek, Signatur P1-117.1.
Bellers, Jürgen/Kipke, Rüdiger: Einführung in die Politikwissenschaft, München, 3. Aufl. 1999 Sowi-Bibliothek, Signatur P1/216
Berg-Schlosser, Dirk/Stammen, Theo: Einführung in die Politikwissenschaft, München, 6. Aufl. 1995 Sowi-Bibliothek, Signatur P1/116
Mohr, Arno (Hrsg.): Grundzüge der Politikwissenschaft, 2. Aufl. 1997 Sowi-Bibliothek, Signatur P1/199
Mols, Manfred/Lauth, Hans-Joachim/Wagner, Christian (Hrsg.): Politikwissenschaft. Eine Einführung, Paderborn, 2. Aufl. 1996 Sowi-Bibliothek, Signatur P1/189
Naßmacher, Hiltrud: Politikwissenschaft, 3. Aufl. 1998 Sowi-Bibliothek, Signatur P1/217
Patzelt, Werner J.: Einführung in die Politikwissenschaft. Grundriss des Faches und studienbegleitende Orientierung, Passau, 3.
Aufl. 1997 Sowi-Bibliothek, Signatur P1/201
 

b) Einführungen zu den verschiedenen Klassikern und "modernen Klassikern"

Bleek, Wilhelm/Lietzmann, Hans (Hrsg.),  2005: Klassiker der Politikwissenschaft. München: Beck.
Kailitz, Steffen (Hrsg.), 2005: Schlüsselwerke der Politikwissenschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Maier, Hans/Denzer, Horst (Hrsg.), 2001: Klassiker des politischen Denkens. Zwei Bände. München: Beck.
Massing, Peter/Breit, Gotthard (Hrsg.), 2003: Demokratietheorien. Von der Antike bis zur Gegenwart. Schwalbach: Wochenschau und Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.
Schmidt, Manfred G., 2000: Demokratietheorien. Opladen: Leske + Budrich (UTB).
Stammen, Theo/Riescher, Gisela/Hofmann, Wilhelm, 1997: Hauptwerke der politischen Theorie. Stuttgart: Kröner.
 
 

c) Wörterbücher, Lexika, Handbücher

Nohlen, Dieter (Hrsg.), 2002: Kleines Lexikon der Politik, hrsg. v. Dieter Nohlen, München: Beck und Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung
Nohlen, Dieter, (Hrsg.), 1992ff.: Lexikon der Politik, hrsg. v. Dieter Nohlen u.a., 7 Bde., München: Beck, Sowi-Bibliothek, Signatur AP 64
Nohlen, Dieter/Rainer-Olaf-Schulze (Hrsg.), 2004: Lexikon der Politikwissenschaft. Zwei Bände.  München: Beck. (Kurzfassung der umfassenden siebenbändigen Version)
Holtmann, Everhard u.a (Hrsg.), 2000.: Politik-Lexikon,  München et al.: Oldenbourg. Sowi-Bibliothek, Signatur AP 72
Schubert, Klaus/Klein, Martina, 2003: Das Politiklexikon. Bonn: Dietz. Sowi-Bibliothek, Signatur P2-189, auch erhältlich bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW.

 

Programm
 

Vorläufige Gliederung mit vorläufigen Stichworten zu den jeweiligen Texten. Änderungen der Gliederung vorbehalten, Aktualisierungen der Stichworte können im Laufe des Semesters vorgenommen werden.

Die freiwilligen Referate sollen maximal 12 Minuten dauern. Referenten werden gebeten, spätestens sechs Tage vor dem Referatstermin ihr Konzept in der Sprechstunden (dienstags 11-12 Uhr) zu besprechen.
 

 

18.04.2005

Vorstellung des Readers und der Konzeption der Übung, Themenvergabe für Referate, Dimensionen des Politikbegriffs.
 

25.04.2005

Max Weber

Dozentenstichworte


 

02.05.2005

Aristoteles

Dozentenstichworte


 

09.05.2005

Thomas Hobbes

Dozentenstichworte


 

23.05.2005

Jean-Jacques Rousseau

Dozentenstichworte


 

30.05.2005

James Madison

Dozentenstichworte

Eine Übersicht zur Entwicklung der amerikanischen Parteien von den Federalists bis heute bietet folgende externe Seite (für deren Inhalt ich nicht verantwortlich bin): http://www.edgate.com/elections/inactive/the_parties/
 

 

06.06.2005

Karl Marx/Friedrich Engels

Dozentenstichworte


 

13.06.2005

Ernst Fraenkel

Dozentenstichworte


 

20.06.2005

Mancur Olson

Dozentenstichworte


 

27.06.2005

Fritz W. Scharpf

Dozentenstichworte mit einem studentischen Vorschlag für ein logisches Bild


 

04.07.2005

Claus Offe

Dozentenstichworte


 

11.07.2005

Peter Graf Kielmansegg

Dozentenstichworte


 

18.07.2005

Klausur (die ungefähr  so aussieht) (obligatorisch unter anderem für Studierende des Diplom-Studiengangs Sowi und der BA-Studiengänge). 

Die Klausur findet zeitgleich in zwei Räumen statt. Die Studierenden der "roten" Anwesenheitsliste (laufende Nummer 79 bis 151) schreiben im Raum GC 04/414 (also dem Seminarraum). Alle anderen ("grüne" Anwesenheitsliste, "Nachschreiber" etc.) schreiben im Hörsaal HMA 20. Bitte merken Sie sich Ihre Nummer auf der Anwesenheitsliste, da Sie diese auf der Klausur eintragen müssen. Bringen Sie Ihren Studierendenausweis und einen Stift zu der Klausur mit.  Papier wird gestellt. Hilfsmittel (auch eigene Schmierzettel) sind nicht zugelassen.