Präsenzveranstaltung der FernUniversität Hagen "Vergleichende Politikwissenschaft", 16.-18. April 1999 in Castrop-Rauxel
Teil I: Grundlagen der Vergleichenden Regierungslehre
Texte:
Teil I des Kurses von Lehner/Widmaier
Schmid, Günther/Reissert, Bernd/Bruche, Gert, 1987: Vom Nutzen international vergleichender Forschung, in: dieselben: Arbeitslosenversicherung und aktive Arbeitsmarktpolitik. Berlin: Edition Sigma, 39-43. (befindet sich im Reader zu der Veranstaltung)
Zur Vertiefung.
Aarebrot, Frank H./Bakka, Pal H., 1997: Die Vergleichende Methode in der Politikwissenschaft, in: Berg-Schlosser, Dirk/Müller-Rommel, Ferdinand (Hrsg.): Vergleichende Politikwissenschaft. 3. Auflage. Opladen: Leske + Budrich, 49-66.
Beyme, Klaus von 1988: Der Vergleich in der Politikwissenschaft, in: ders.: Der Vergleich in der Politikwissenschaft. München: Piper, 50-68.
Nohlen, Dieter, 1994: Vergleichende Methode, in: Kriz, Jürgen/Nohlen, Dieter/Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Politikwissenschaftliche Methoden (Lexikon der Politik Band 2). München: Beck, 507-517.
Im ersten Teil der Veranstaltung werden zunächst einige Grundlagen der Politikwissenschaft wiederholt. Zentral für das Verständnis politikwissenschaftlicher Zusammenhänge und die Entwicklung politikwissenschaftlicher Fragestellungen ist der Zusammenhang der verschiedenen Dimensionen des Politikbegriffs.
Übersicht: Dimensionen des Politikbegriffs
Bezeichnung |
Dimension |
Erscheinungsformen |
Merkmale |
| polity | Form |
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| politics | Prozeß |
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| policy | Inhalt |
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Vgl. Böhret, Carl/Jann, Werner/Kronenwett, Eva 1988: Innenpolitik und politische Theorie. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 7.
Die Verfassungssystematik stellt die Polity-Dimension in den Mittelpunkt. Die vergleichende Policy-Analyse (Politikfeldforschung) erklärt dagegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten materieller Politik (Policy) mit politischen Strukturen und politischen Prozessen. Im Rahmen dieses Zugangs werden politische Strukturen als "geronnene Politik" gefaßt, die als "politische Institutionen" Grenzen und Spielräume politischer Strategien bestimmen und damit Politikergebnisse beeinflussen:
"Institutions can be defined as the sets of working rules that are used to determine who is eligible to make decisions in some arena, what actions are allowed or constrained, what aggregation rules will be used, what procedures must be followed, what information must or must not be provided, and what payoffs will be assigned to individuals dependent on ther actions" (Ostrom, Elinor, 1990: Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action. Cambridge, 51).
Der Schwerpunkt des ersten Teils der Veranstaltung liegt in einer Diskussion des Vergleichs als Methode der Politikwissenschaft. Drei Regeln müssen beim internationalen Vergleich beachtet werden:
Konzeptuelle Klarheit
Historische Kenntnisse und Sensibilität
Beachtung institutioneller Besonderheiten
Für weitere Anwendungsgebiete, Probleme und Strategien bei der Nutzung von Vergleichen in der Politikwissenschaft siehe die oben angegebenen Literaturhinweise.