Ca. 350.000 individuelle Mitglieder, dazu fast 4,7 Millionen Mitglieder
von Gewerkschaften und anderen Organisationen, die der Labour-Party angegliedert
sind.
Die Organisationen haben bei Labour Parteitagen noch 50 % Stimmenanteil
(war ursprünglich bei 90 %)
Von 1922 bis 1981 wurde der Parteiführer der Labour-Party von den
Mitgliedern der Unterhausfraktion gewählt. Diese Wahlen fanden in
Oppositionszeiten von Labour jährlich statt.
Von 1981 bis 1993 wurde der Labour-Parteiführer von einem Wahlkollegium
bestimmt. Dabei hatten die Gewerkschaften 40 % der Stimmen und die Unterhausfraktion
sowie die Wahlkreisparteien jeweils 30 %. Die Gewerkschaftsstimmen wurden
als Blockstimmen von den Gewerkschaftsführern abgegeben.
Seit 1993 führen die Gewerkschaften und anderen angeschlossenen Organisationen
der Labour Party eigene Wahlen ab, um die Stimmen der jeweiligen Organisation
bei der Wahl zum Parteiführer zu bestimmen. Gleichzeitig wurde die
Stimmverteilung im Wahlkollegium verändert. Gewerkschaften, Fraktion
und Wahlkreisparteien haben seitdem den gleichen Einfluss. Tony Blair ist
der erste Parteiführer, der unter diesem System gewählt wurde.
Conservatives
Ca. 300.000 Mitglieder
Zwischen 1965 und 1997 (also bei Edward Heath, Margaret Thatcher, John
Major und William Hague) war es so, dass ein Parteivorsitzender allein
von der Fraktion gewählt wurde. Falls jemand den amtierenden Parteivorsitzenden
herausfordern wollte, musste dieser MP sein und seine Bewerbung beim Vorsitzenden
des 1922-Ausschusses mit zwei Nominierungen abgeben. Beim ersten Wahlgang
brauchte man 50 % der Stimmen und mindestens 15 % Vorsprung vor dem Zweitplatzierten
(siehe Sturm 1997: 321).
Seit 1997 (bisher: Wahl von Ian Duncan-Smith 2001) gilt folgendes Verfahren:
Alle Kandidaten (nur Unterhausabgeordnete) müssen sich gemeinsam auf
einem Wahlzettel den Unterhausabgeordneten zur Wahl stellen. Bei jedem
Wahlgang scheidet der Kandidat mit den geringsten Stimmen aus, bis zwei
Kandidaten übrigbleiben. In Form einer Urwahl obliegt es nunmehr den
Parteimitgliedern, aus diesen beiden Kandidaten den Parteivorsitzenden
zu wählen.
Der konservative Parteiführer erlangt die Verfügung über
den zentralen Parteiapparat, das Central Office. Die Wahlkreisparteien
sind aber vollkommen unabhängig von der Parteizentrale und nicht weisungsgebunden.
Sie orientieren sich aber meist an den Empfehlungen der Zentrale.
Der Zusammenschluss der Wahlkreisparteien ist die National Union, die jährlich
den konservativen Parteitag veranstaltet. Der Parteitag diskutiert, ist
aber nicht beschlussfähig. Im Gegensatz zu Labour-Parteitagen wird
sogar meist auf jede Kritik an der Parteiführung verzichtet. Das Central
Office ist eine faktisch Selbständige Einheit der National Union.
Nach Birch (1998: 62 ff.) gibt es sechs zentrale Prinzipien des Konservativismus:
Skeptisches Menschenbild (Mensch ist nicht von Natur aus gut).
Gesellschaft wird als mehr gesehen, denn als Menge von Individuen (sah
Thatcher aber anders: "There is no such thing as society").
Menschliche Ungleichheit wird akzeptiert.
Menschen sollten die Weisheit früherer Generationen nutzen.
Konservative lehnen radikale Änderungen von Institutionen und Policies
ab (wegen dem vierten Punkt)
Regierung soll die Schwachen vor den Starken schützen.
Libdems
100.000 Mitglieder (1995)
1981 Gründung der SDP, 1983 Wahlallianz mit den Liberalen, 1988: Gründung
der SLD (seit 1989 Liberal Democrats) als Zusammenschluss der Liberalen
und von (linken) Teilen der SDP. 1990: Auflösung des rechten Rests
der SDP unter David Owen (die nicht bei dem Libdems mitgemacht hatten)
1999: Linkrutsch der Partei durch Wahl von Charles Kennedy als Parteivorsitzenden
(Vorgänger: Paddy Ashdown).
Alle Wahlen der Libdems finden nach dem "alternative vote system"
statt. Die Parteimitglieder geben danach auf ihren Stimmzetteln nicht nur
an, welchen Kandidaten sie wählen möchten, sondern sie bestimmen
gleichzeitig eine komplette Reihenfolge ihrer Präferenzen für
alle Kandidaten. Bei der Auszählung werden zunächst nur die Stimmen
mit erster Präferenz gezählt. Danach scheidet der Kandidat mit
den wenigsten "Erststimmen" aus. Die für diesen Kandidaten abgegeben
Stimmen werden dann auf die verbliebenen Kandidaten verteilt, wobei die
Zuordnung auf Grundlage der Zweitpräferenz vorgenommen wird. Anschließend
wird wieder der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aussortiert und die
Stimmen für diesen Kandidaten werden dem jeweils verbliebenen Kandidaten
mit der höchsten Präferenz auf dem Wahlzettel zugeschrieben.
Dieses Verfahren wird solange fortgesetzt, bis ein Kandidat über 50
% der Stimmen erreicht hat.
Deutschland
Parteienverbote in Deutschland: 1952: Sozialistische Reichspartei, 1956:
KPD
Phasen nach Alemann 2001:
Konzentrierungsphase 1953-1976
Transformationsphase 1976-1990
Zentripetale Phase 1990-2000
Zu den einzelnen Parteien (Mitgliederzahlen jeweils aus Sontheimer/Bleek
1998):