Übung: Politische Systeme
und Politik in Deutschland und
Großbritannien, Dienstags 10-12 Uhr, GC 03/149
Leitung: Dr. Nils Bandelow, Sprechstunde Dienstags
13-14 Uhr, GC 04/149
Wahlsysteme und Wählerverhalten
Großbritannien
-
Relatives Mehrheitswahlrecht der 659 Abgeordneten in 659 Wahlkreisen, spätestens
alle fünf Jahre general election des gesamten Unterhauses, bei Ausscheiden
eines MP gibt es eine Nachwahl (by-election) im entsprechenden Wahlkreis.
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Auch EP-Wahlen werden in GB nach dem Mehrheitswahlrecht in 84 Einerwahlkreisen
abgehalten.
Unterhauswahlen in Großbritannien
| |
Feb. 1974
|
Oct 1974
|
1979
|
1983
|
1987
|
1992
|
1997
|
2001
|
| Conservative Party |
297 (37,9)
|
277 (35,8)
|
339 (43,9)
|
397 (42,4)
|
376 (42,3)
|
336 (41,9)
|
165 (30,7)
|
166 (31,7)
|
| Labour Party |
301 (37,1)
|
319 (39,2)
|
269 (37,0)
|
209 (27,6)
|
229 (30,8)
|
271 (34,4)
|
418 (43,2)
|
413 (40,7)
|
| Liberale/Allianz |
14 (19,3)
|
13 (18,3)
|
11 (13,8)
|
23 (25,4)
|
22 (22,6)
|
20 (17,8)
|
46 (16,8)
|
52 (18,3)
|
| Andere |
23 (5,6)
|
26 (6,6)
|
16 (5,7)
|
21 (4,6)
|
23 (4,3)
|
24 (5,8)
|
30 (9,3)
|
28 (9,3)
|
| Mehrheit in Unterhaussitzen |
keine Mehrheit
|
5
|
43
|
144
|
102
|
21
|
178
|
167
|
Jeweils Unterhaussitze, in Klammern Gesamtstimmenanteile
Britische Premierminister seit 1945
| Amtszeit |
Partei |
Premierminister |
Lebenszeit |
| 1945-1951 |
Labour |
Clement Attlee |
1883-1967 |
| 1951-1955 |
Conservative |
Winston Churchill |
1874-1965 |
| 1955-1957 |
Conservative |
Anthony Eden |
1897-1977 |
| 1957-1963 |
Conservative |
Harold MacMillan |
1894-1986 |
| 1963-1964 |
Conservative |
Alec Douglas-Home |
1903-1995 |
| 1964-1970 |
Labour |
Harold Wilson |
1916-1995 |
| 1970-1974 |
Conservative |
Edward Heath |
1916- |
| 1974-1976 |
Labour |
Harold Wilson |
1916-1995 |
| 1976-1979 |
Labour |
James Callaghan |
1912- |
| 1979-1990 |
Conservative |
Margaret Thatcher |
1925- |
| 1990-1997 |
Conservative |
John Major |
1943- |
| 1997- |
Labour |
Tony Blair |
1953- |
Deutschland
Art. 20.2 GG:
"Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen
und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden
Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt."
Art. 38 GG: (Wahlrechtsgrundsätze; Rechtsstellung der Abgeordneten)
(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner,
unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind
Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisngen nicht gebunden
und nur ihrem Gewissen unterworfen.
(2) Wahlberechtigt ist, wer das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat;
wählbar ist, wer das Alter erreicht hat, mit dem die Volljährigkeit
eintritt.
(3) Das Nähere bestimmt eine Bundesgesetz.
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Personalisiertes Verhältniswahlrecht: Von den 656 Abgeordneten
des Bundestages werden jeweils die Hälfte (328) direkt im Wahlkreis
(Erststimme) und nach Landeslisten (Zweitstimme) gewählt. Bei der
Direktwahl gilt das relative Mehrheitswahlrechts. Nur die Zweitstimme legt
aber fest, in welchem Verhältnis die Sitze an die Parteien verteilt
werden, dabei werden die durch Erstimme gewonnen Sitze also angerechnet.
Allerdings kann es zu Überhangmandaten kommen. So durfte die SPD 1998
13 Überhangmandate behalten, für die es im Bundestag (im Gegensatz
zu manchen Landesparlamenten) keine Ausgleichsmandate gibt.
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Bei der Berechnung der Listenplätze wurde bis 1982 das Verfahren nach
d’Hondt
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-
Seit 1985 gilt Hare/Niemeyer.
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-
Für den Einzug in den Bundestag sind mindestens fünf Prozent
der Stimmen oder drei Direktmandat notwendig.
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Für den Erhalt einer Wahlkampfpauschale reichen dagegen 0,5 Prozent
der Stimmen
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keine Nachwahlen (by-elections)
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Landtagswahlen dienen als Stimmungsbarometer
Kandidatennominierungen:
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Wahlkreiskandidaten (Erststimme): Nominierung durch die Wahlkreisversammlungen
der Parteien
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Listenkandidaten: Vorschläge durch die Landesvorstände, Beschlussfassung
durch die Landesdelegiertenversammlungen. Der Bundesparteivorstand hat
meist kaum Möglichkeiten, auf die Listen Einfluss zu nehmen. Bei den
Parteien spielen unterschiedliche Quotierungen eine zentrale Rolle bei
der Bestimmung der Listenpositionen.
Vergleich
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Vor- und Nachteile eines relativen Mehrheitswahlrechts und eines personalisierten
Verhältniswahlrechts
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Auswirkungen der Wahlrechte auf die Parteienssysteme