Übung: Politische Systeme und Politik in Deutschland und Großbritannien, Dienstags 10-12 Uhr, GC 03/149

Leitung: Dr. Nils Bandelow, Sprechstunde Dienstags 13-14 Uhr, GC 04/149
 
 

Verbändesysteme und Beschäftigungspolitik (Auswahl von Folien zu der Sitzung - für die konkreten Inhalte siehe Thesenpapier von Markus Steinmetz)

Korporatismus vs. Pluralismus als idealtypische Strukturen der Interessenvermittlung nach Philippe Schmitter
 
(gesellschaftlicher) Korporatismus
Pluralismus
  • begrenzte Zahl von Verbänden
  • singuläre Interessenvertretung (Zusammenschlüsse, Kooperationen, Unterdrückung)
  • Zwangsmitgliedschaft
  • kein Wettbewerb zwischen den Verbänden
  • hierarchisch strukturierte Verbände
  • funktionale Abgrenzung zwischen den Verbänden
  • staatliche Anerkennung der Verbände
  • Repräsentationsmonopol der Verbände gegenüber dem Staat
  • unbestimmte Anzahl von Verbänden
  • freiwillige Mitgliedschaft
  • Wettbewerb zwischen den Verbänden
  • nicht hierarchisch strukturierte Verbände
  • autonome Interessenvertretung (legen selbst die Art und Umfang des Interesses fest)
  • keine staatliche Lizenz, Anerkennung und Unterstützung, Verbände sind nicht auf staatliche Initiative hin gegründet worden
  • kein Repräsentationsmonopol für einen der von dem jeweiligen Verband vertretenen Bereiche

Politische Voraussetzungen für keynesianische Konsenssteuerung
 
 
D
GB
starke Sozialdemokratie    
Zentralbank (abhängig oder mit Ziel Wirtschaftswachstum)    
starke Gewerkschaften    
zentralisierte Gewerkschaften    
zentralisierte Arbeitgeberverbände mit hohem Organisationsgrad    
Institutionalisierte Formen der Einbindung der Tarifparteien in die Politik    
Konsenskultur    
geringe Abhängigkeit von negativer Integration (EU)    
Einheit der Regierung    
keine starke zweite Kammer    
Zentralismus    
starke Verflechtung Regierung-Parlament    
starke Verflechtungen Politik-Verbände    
Mehrheitswahlrecht    

 

Politische Voraussetzungen für monetaristische Angebotspolitik
 
 
D
GB
starkes bürgerliches Lager    
einheitliches bürgerliches Lager    
radikales bürgerliches Lager    
geringe horizontale Gewaltenteilung    
schwache Gewerkschaften    
hohe Akzeptanz der Angebotspolitik (Kultur)    
Möglichkeiten zur Input-Legitimation von Angebotspolitik    
geringe internationale Vorgaben durch positive Integration